Oberstdorfer
Historiensammlung vor 70 Jahren begründet - Museumshüter
richten den Blick nach vorn
Oberstdorf (pts).
Es ist ein lebendig gestaltetes Museum mit Charme
und Ausstrahlung. Dort kommt Respekt vor den Leistungen
der Vorfahren auf. So beschreibt Bürgermeister-Stellvertreter
Albert Vogler die Oberstdorfer Historien-schau, die nun
schon seit 70 Jahren besteht. Die Einweihung im Juni 1932
hatte der Museumsverein zum Anlass genommen, um in einem
Lichtbildervortrag von Museumspfleger Eugen Thomma den
Werdegang des Hauses bis heute aufzuzeigen. Bei dieser
Gelegenheit würdigte Vogler die Einrichtung, die
Ortsgeschichte zum Anfassen" biete, als eine
der reichhaltigsten Sammlungen im Allgäu.
500000 zahlende Besucher im Heimatmuseum seit der Gründung:
Allein diese Zahl, bereits im Vorjahr erreicht, bewertete
Museumsvereins-Vorsitzenden- Peter Weiß als Beleg
für nachhaltig großes Interesse. Nicht nur
der größte Schuh der Welt" stellt
laut Weiß eine Attraktion immer wieder auch fürs
Fernsehen dar. Die Bauernstube des 1620 erbautenKöche-lerhaus
in der Oststraße dient weiter als heimelige Kulisse
für Brautleute, die sich dort standesamtlich trauen
lassen. Und der Verein hat den Blick fest in die Zukunft
gerichtet. Wo sich die Museumslandschaft im Allgäu
derzeit so stark verändert, streben die Museumshüter
einen modernen Tiefgeschoss-Anbau an. Dann können
laut Weiß auch endlich Aspekte der Ortsgeschichte
aufgearbeitet werden, für die trotz der 38 Räume
bislang kein Platz war. Gemeint sind die Entwicklung des
abgelegenen Bauerndorfs zur Tourismus-Hochburg sowie die
einstige wirtschaftliche Ausstrahlung des Marktfleckens
ins Lechtal und ins Hochtannberg-Gebiet.
Vielfältiges Lob erfuhren die Museumsgründer,
allen voran Holzbildhauer Wilhelm Math. Der Geist der
Idealisten schwebe nach wie vor durch das Köchelerhaus,
in dem manche Stuben noch im Orginalzustand möbliert
sind, hieß es. Es blieb Museumspfleger Thomma (seit
1968 im Heimathaus aktiv) in seinem Diavortrag vorbehalten,
darauf im Detail einzugehen.
Mit Handwagen und Rucksack war die aus dem Gebirgstrachtenverein
stammende Schar einst im Ort herumgezogen, um bäuerliches
Kulturgut von Speichern oder aus Kellern zusammenzubetteln.
Vor bald 300 andächtig lauschenden Zuhörern
im Kursaal ging Thomma weiter darauf ein, dass Geldmangel
in den 30er Jahren dazu geführt hatte, auf den geplanten
Neubau zu verzichten und das von der Gemeinde bereitgestellte
alte Bauernhaus in der Oststraße als Hort der Ortshistorie
zu bestimmen. Ein Glücksfall aus heutiger Sicht.
Für den millionenschweren Anbau im Hofbereich des
Museums muss sich der Verein noch schwer anstrengen. Ohne
die Unterstützung der Kommune wird es nicht gehen.
Vorsitzender Weiß appellierte aber auch an die Oberstdorfer,
sich noch mehr fürs heimatliche Kulturgut einzusetzen
und zudem kräftig die Werbetrommel auch bei den Urlaubern
zu rühren. Mehr als nur ein Schlechtwetter-Programm
der Kurverwaltung" sei das Heimatmuseum allemal.

70 Jahre besteht das Heimatmuseum Oberstdorf, zu dessen
Sammlung auch ein Überblick über den Beginn
des Wintersport unterm Nebelhorn gehört. Unser Foto
zeigt den Vorsitzenden des Museumsverein, Peter Weiß
(rechts) zusammen mit seinem Stellvertreter Anton Köcheier
in der Abteilung Skisport. Archiv-Foto: Peter Schwarz
Los
geht's:
Einladung zum Lichtbildervortrag
"70 Jahre Heimatmuseum Oberstdorf 1932-2002"
am Donnerstag , 27.6.2002, 20:00 Uhr
im Kurhaus Oberstdorf, Kleiner Saal.