Sandras Kuscheltiere bereichern Schau
Museums-Ausstellung vierbeinigen Mitgeschöpfen gewidmet
Oberstdorf (pts).

Sandra (10) wird nun zwölf Monate auf
ihre beachtliche Sammlung von Kuscheltieren verzichten.
Der plüschige Streichelzoo von A wie Affe bis Z wie
Zottelbär bildet nämlich nun einen wichtigen Bestandteil
der neuen Sonderschau im Heimatmuseum. Unser Mitgeschöpf,
das Tier" heißt diese Jahresausstellung des Museumsvereins.
Museumspfleger Eugen Thomma, der die Vitrinen-Menagerie
arrangiert hat, entriss Sandra ihre Spielgefährten
keineswegs mit Gewalt. Die Zehnjährige selbst befand,
dass ihr Sammelsurium dieser Präsentation bestens stehe.
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Das Tier in Wald und Gebirge, aber auch in
Haus, Hof und Stall, weiter in der Kunst und Werbung sowie
als Symbol- und Märchenfigur - all diese Aspekte sind
in der Sonderschau des Museums berücksichtigt. Weil
Kinder Tiere über alles mögen, reiht sich der
Vierbeiner ebenfalls als Kuschelwesen in die Schaufenster-Galerie
ein. Geschichtsexperte Thomma wollte nach so vielen historischen
Betrachtungen mit Exponaten aus der Oberstdorfer Vergangenheit
mal eine andere Optik ausprobieren. Dabei ist auch diesmal
der Bezug zur Ortshistorie voll gegeben. Denn die Tiere
hätten ja wesentlich zur Besiedlung des Gebirgsraums
beigetragen hätten, legte der Vorsitzende des Vereins,
Peter Weiß, dar
.
Einheimische Künstler wie die Holzschnitzer
Josef und Alois Ohmayer sowie Tiermaler Anton Haneberg halfen
dabei, die Ausstellung zu vervollständigen. Der Museumspfleger
stöberte aber auch Leihgaben bei den Museen in Immenstadt
und Illerbeuren auf, darunter mehr als hundert Jahre altes
Holzspielzeug und Schaukelpferde, mit denen die Urgroßvater-Generation
groß wurde.
Spöttischer Gämsenblick
Eine lebensgroße kantige Gämse, vom verblichenen
Oberstdorfer Bildhauer Xaver Rasch in den 40-er Jahren aus
echtem Holz geschnitzt, hat Thomma auf einer Kegelbahn der
Firma Bosch aufgespürt. Die Bergziege wirft nun einen
spöttischen Blick auf all die anderen animalischen
Wesen, die schon seit Jahrzehnten in der Werbung Pate, etwa
für Gerstensaft (ehemalige Adlerbrauerei) und Benzin
(der Tiger im Tank"), stehen müssen.
Für die Museumsleute, die mit einer Erweiterung bekanntlich
große Pläne für ihr Haus in der Oststraße
verfolgen, bot die Eröffnung der Sonderschau eine gute
Gelegenheit, den anwesenden Kommunalpolitikern dieses Anliegen
nochmals ans Herz zu legen. Bürgermeister-Vize Toni
Huber, der wohl bei der Tierschau" auch an das
Pferd im Gemeindewappen gedacht haben mag, beglückwünschte
den Verein zur Idee, mal mit Teddybären, Bremer Stadtmusikanten
und Donald Duck zu glänzen. Da wird wohl viel junges
Publikum ins Heimatmuseum strömen, meinte Huber.

Dem Tier als Mitgeschöpf"
ist die neue Sonderausstellung des Heimatmuseums Oberstdorf
gewidmet. Einer der Spender von Ausstellungsstücken
ist erst zehn und heißt Sandra. Bei der Eröffnung
der Jahresschau nahmen die Herren Aussteller Sandra mit
ihren verliehenen Kuscheltieren in die Mitte. Von links:
Museumsvereins-Vorsitzender Peter Weiß, Stellvertreter
Anton Köcheier und rechts Museumspfleger Eugen Thomma.