Alphorn und Hirtenhorn in
Europa
- Sonderausstellung im Oberstdorfer Heimatmuseum -
Wer
kennt sie nicht die Alphörner, die meterlangen hölzernen
Blasinstrumente, deren herrlich weichen Naturtöne weithin
zu hören sind? Bilder, die einen Alphornbläser
vor der Silhouette des Eigers oder des Matterhorns darstellen,
verfuhren zu der Annahme, dass das alte Hirteninstrument
nur im Lande der Eidgenossen zu Hause war. Dies ist allerdings
ein Trugschluss! Als Signal- und einfaches Blasinstrument
fanden sich Hirtenhörner in den verschiedensten Formen
und Materialien in aller Welt. Den Schweizern gehört
aber die Ehre, dass sie das Alphorn erhalten, verfeinert
und es zu dem Musikinstrument gemacht haben, das es heute
ist; es wurde geradezu ihr Markenzeichen.
Das Alphorn im Allgäu ist weder eine moderne Erfindung
noch die Nachahmung der Gebräuche unserer westlichen
Nachbarn. Im Bereich des Marktes Oberstdorf findet sich
der Nachweis, dass schon vor Jahrhunderten das Hirteninstrument
hier bekannt war. Als im Jahre 1568 ein uns unbekannter
Meister im Stile eines Albrecht Dürer den Altar der
St. Anna Kapelle in Rohrmoos malte, verewigte er auf dem
linken Altarflügel einen Hirten der ein langes Hörn
bläst. In vielen Gebieten der Alpen, ja man kann sagen
fast in ganz Europa, finden sich Zeugnisse des Alphorns
und unterschiedlicher Hirtenhörner.
„Alphorn und Hirtenhorn in Europa" lautet der
Titel einer rund 80 Instrumente umfassende Sonderausstellung.
Neben dem klassischen Alphorn sind eine Vielzahl von anderen
Hörnern in der Sonderschau zu sehen. Vom Schweizer
Büchel, dem Allgäuer Pfifel, dem rumänischen
Tulnic, dem litauischen Rag und dem russischen Rozhok bis
hin zum schwedischen Vallur und weit darüber hinaus
reicht der Bogen der Ausstellungsstücke. Neben Schaustücken
aus England, Frankreich, Holland, Norwegen, Österreich,
Polen, Tschechien, Ungarn usw. finden sich auch Exponate,
die eigentlich den Titel „aus Europa" sprengen.
Doch sind gerade die exotischen Hirteninstrumente aus Australien,
Südamerika, Afrika, Sibirien, Tibet usw. von hohem
Interesse. Natürlich gehören zu einer Sammlung
auch Bilder und Kuriositäten, die vom Humor der Herstellers
zeugen.
Die Sonderausstellung läuft vom 27.12.2002 bis zum
15.04.2003.