Heimatmuseum Oberstdorf  
Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben in Alt-Oberstdorf
Nur wer die Vergangenheit kennt, kennt die Gegenwart
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Sonderausstellung "Zimmer frei!"
Die neue Sonderausstellung mit dem Untertitel "Oberstdorfs Weg vom Bergbauerndorf zum Kurort" kann seit Anfang Januar 2005 besichtigt werden.

Weitere Informationen:
> Bericht über die offizielle Eröffnung
> Vorabinfos zum Aufbau

Text unseres Flyers
Die Bewohner des Ortes, alles Kleinbauern lebten von Viehzucht und Leinenweberei. Als um 1820 durch die Einfuhr billiger Baumwollerzeugnisse der spärliche Verdienst mit der Weberei weg brach war die Not riesengroß. Erst die Hinwendung zur Milchwirtschaft und der aufkeimende Tourismus brachten eine gewisse Erleichterung.
Im Jahre 1830 haben in den drei Oberstdorfer Gasthäusern 140 Personen genächtigt, drei davon trugen sich ins Gästebuch als „Lustreisende” ein. Botaniker, Geologen und einige frühe Alpinisten durchstreiften vor 1850 unsere Berge und veröffentlichten ihre Forschungsergebnisse, die eine Werbung für das „oberste Dorf“ darstellten.


Die Allgäuer Sektionen des 1869 gegründeten Deutschen Alpenvereins begannen Höhenwege und Unterkunftshütten zu bauen.
In Oberstdorf entstand 1872 der „Verschönerungsverein”. Diese Tourismuspioniere legten auf eigene Kosten Spazierwege und Alleen an, stellten Ruhebänke und Wegweisungen auf und betrieben in ganz Deutschland eine Werbung für die „Sommerfische Oberstdorf”.
Das Moorwasserschwimmbad 1883, das Strandbad und die Kahnfahrt am Freibergsee (1893) waren weitere lnvestitionen des Vereins. Der Anschluß an die Eisenbahn im Jahre 1888 ließ die Gästezahlen sprunghaft in die Höhe steigen.Prinz Luitpold (der spätere Prinzregent) von Bayern war seit 1851 Oberstdorfs Jagdherr und ab 1886 fanden hier Hofjagden statt, was dem aufstrebenden Ort zu weiterer Bekanntheit verhalf.
Zum Schlittenfahren, Eislaufen und Eisstockschießen kam zumindest seit 1892 das „Schneeschuhlaufen” hinzu, um die Jahrhundertwende gab es bereits Skikurse.Die Gasthöfe reichten für die Ansprüche der Gäste nicht mehr aus. Hotels und Pensionen wurden gebaut. In den Hochtälern entstanden Gastwirtschaften, die Sommer wie Winter mit Pferdewagen bzw. Schlitten angefahren wurden. Durch private Initiative entstand 1883 Oberstdorfs erstes Kurhaus und wurde 1905 die Breitachklamm begehbar gemacht. Den Kurpark, Tennisplätze, Eislaufplätze und ein neues Schwimmbad ließ der Verschönerungsverein in den 20er-Jahren anlegen. Kurkonzerte und weitere Veranstaltungen wurden dem Gast geboten. Dies war dann auch die Zeit, wo der Tourismus die Landwirtschaft als Haupterwerbsquelle übertraf.
Nebelhornbahn, Söllereckbahn, Fellhornbahn, Kunsteisstadion, Tennishalle, Kurhaus und Hallenbad präsentieren sich neben div. weiteren Möglichkeiten und Wellnesseinrichtungen heute dem Gast. Einen eindrucksvollen Querschnitt des langen und oft steinigen Weges
„vom Bergbauerndorf zum Kurort” zeigt mit vielen Bildern und Exponaten die Sonderausstellung im Heimatmuseum.

Text von Eugen Thomma

Heimatmuseum Oberstdorf - Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart begreifen.