Heimatmuseum Oberstdorf  
Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben in Alt-Oberstdorf
Nur wer die Vergangenheit kennt, kennt die Gegenwart
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PS (im Voraus):
Richtigstellung "Wildes Männdle"
Laut Zeitungsartikel (siehe unten) plant der Museumsverein das „Wilde Männdle“ zu kaufen. Das ist natürlich eine Zeitungsente, die auf folgender Gegebenheit beruht: Vor einigen Jahren erhielt das Museum im Rahmen des Oberstdorf Tages vom Brauhaus eine Spende über 2.500 DM. In diesem Zusammenhang wurde darüber geflachst, dass das Museum ja das Wilde Männdle kaufen könnte. Bei der Generalversammlung hat Herr Schwarz das wohl falsch verstanden.

Artikel aus der Allgäuer Zeitung von Lokalredakteur Peter Schwarz

Museumsbau „Wilde Männle ?
Für die angestrebte Historienschau zum Fremdenverkehr zeichnet sich neue Perspektive ab

Oberstdorf (pts).
Für das beabsichtigte Tourismus-Museum in Oberstdorf zeichnet sich ein neuer Aspekt der Realisierung ab. Dem in der Oststraße angesiedelten Heimatmuseum könnte ein Nachbar-Bauwerk hinzugesellt werden, das Gasthaus „Wilde Männle". Wie in der Jahresversammlung des Museumsvereins mitgeteilt wurde, ist den Hütern von Brauchtum und Tradition ein Kauf angeboten worden. Aber auch auf einer anderen Ebene greift der Historien-Verein nach den Sternen. Mit Lech am Arlberg hat man eine intensive Zusammenarbeit angebahnt, um die einstige verbindende Lebensader, den Schrofenpass, dank EU-Hilfe ins Blickfeld zu rücken.

Die Gedankenspiele, der historischen Entwicklung des Fremdenverkehrs auch optisch Geltung zu verschaffen und damit den Auf­schwung des einstigen armen Bergbauerndorfs im 19. und 20. Jahrhundert zu würdigen, ziehen sich seit Jahren dahin. Mal war von einem Anbau ans beengte Heimatmuseum die Rede. Mal wurde das leerstehende frühere Rathaus als Standort für ein in Bayern einmaliges Tourismus-Museum ins Spiel gebracht. Jetzt bahnt sich eine neue Perspektive an, wie der nach 30 Jahren Tätigkeit fürs Museum nicht mehr kandidierende Vorsitzende Peter Weiß quasi als letzte Amtshandlung in der Zu­sammenkunft verkündete. Wenn es dem Mu­seumsverein gelänge, das Nachbarhaus in seinen Besitz zu bringen, könnte neben der Fremdenverkehrs-Historienschau beispielsweise auch ein Museums-Cafe entstehen, malte sich Weiß aus. In dieser Angelegenheit wird sein Nachfolger Albert Vogler gefragt sein (siehe Bericht unten).

Zäh, aber auf dem richtigen Weg

Bürgermeister Thomas Müller signalisierte aber, dass die Marktgemeinde die Konzeption einer Museums-Erweiterung nach wie vor unterstütze. Es gehe zäh voran, aber man sei auf dem richtigen Weg, sagte Müller. Die in Gang gebrachte Kooperation mit dem Heimatmuseum Lech auf der anderen Seite des Allgäuer Hauptkamms und die Idee, die Europäische Union wegen der grenzüberschreitenden Bedeutung um Zuschüsse zu bitten, findet den Beifall des Bürgermeisters. Über Jahrhunderte hinweg bildeten die bis zu 2600 Meter aufragenden Berge zwischen Bayern und Österreich keine unüberwindbaren Hürden für die Menschen. Der Schrofenpass, den heute nur Mountainbiker auf dem Weg zum Gardasee oder Bergwanderer passieren, bildete einst eine wirtschaftliche Lebensader der Bergvölker, wie Weiß darlegte. Ganze Viehherden wurden einst über den 1700 Meter hohen Gebirgseinschnitt getrieben, bevor Napoleons Soldaten die alpine Wegeverbindung zerstörten. Demnächst wird eine Dokumentation zum Schrofenpass als Diplom-Arbeit junger Studenten erstellt. Dies soll die Grundlage für einen Zuschussantrag an Brüssel sein.

Wachablösung
Wachablösung im Museumsverein Oberstdorf - von links: Karl Schädler und Fritz Schlachter als neue Museumspfleger, Vorstandsmitglied Otto Simbeck (ausgeschieden), der bisherige Vorsitzende Peter Weiß, der bisherige Museumspfleger Eugen Thomma, der neue Vorsitzende Albert Vogler, der langjährige stellvertretende Vorsitzende Anton Köcheier (ausgeschieden), der neue stellvertretende Vorsitzende AlfonsThannheimer, Vorstandsmitglied Richard Müller (ausgeschie den) und Kassierer Armin Weitenauer. Foto: Peter Schwarz

Museumspfleger Thomma und der heilige Antonius
Generationswechsel im Verein Oberstdorf

(pts).
Beim Museumsverein in Oberstdorf hat sich ein Generationswechsel vollzogen. Fast die gesamte alte Garde räumte nach zum Teil 60-jährigem Einsatz für das Heimatmuseum das Feld. Museumspfleger Eugen Thomma, Vorsitzender Peter Weiß und dessen langjähriger Stellvertreter Anton Köcheler (seit 1945 dabei und zuletzt Beisitzer) stellten sich nicht mehr einer Wiederwahl. Thommas Arbeit fiel so gewichtig aus, dass gleich zwei Nachfolger antreten müssen. Der heilige Antonius von Padua hatte den früheren Polizisten auf den rechten Pfad der Heimatgeschichte geführt, wie sich der seit mehr als 30 Jahren als „Museums-Chef" agierende Thomma erinnerte. Seinerzeit sollte er den Diebstahl der Heiligenfigur klären und geriet dabei den damaligen „Säulenheiligen" des Museums in die Fänge. Das Heimathaus hatte damals weder Toiletten noch Heizung. Im Haus waren zudem mehrere Mietwohnungen untergebracht. „Ich musste oft mit Trick 17 arbeiten", erklärte Thomma, wie er es nach und nach hinbekommen hat, dass das Museum von einst zehn auf heute 38 Räume erweitert wurde. Den Mietern hat er Ersatzwohnungen beschafft. „Ich gehe eher mit einem weinenden als einem lachenden Auge", verdrückte Thomma eine Träne. Der heilige Antonius ist übrigens nie wieder aufgetaucht. Der scheidende Vorsitzende Weiß, drei Jahrzehnte dabei, bescheinigte seinem Mitstreiter „das Museum schlechthin" zu sein. Thommas „einmaliges Wissen über die Heimat", als Artikelschreiber und Theaterautor, mache den Weggefährten auch immer wieder zum „Fernsehstar". Damit spielte Weiß auf die vielen Auftritte des 75-Jährigen bei Fernsehbeiträgen an. Weiß' Amt übernimmt der bisherige Stellvertreter Albert Vogler. In Anspielung an den „größten Schuh der Welt" im Heimatmuseum, rätselte der auch als Dritter Bürgermeister engagierte Vogler, ob die neue Vereinsführung bei diesen Fußstapfen wohl Tritt fassen werde. Für Eugen Thomma rücken Karl Schädler und Fritz Schlachter nach.

  

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