In Memoriam Marie Luise Althaus
Mit Trauer haben wir im Museumsvorstand vernommen, daß unsere Marie Luise den Kampf gegen ihre Krankheit verloren hat. Sie wird uns fehlen.
Als älteste der drei Töchter von Hermann und Johanna Schedler kam Marie Luise 1939 zur Welt. Unser Herrgott hat dem Kind das in die Wiege gelegt, was bei den Schedlern schon immer zu Hause war: singen, musizieren und die Heimatliebe. Von Jugend auf prägten diese Eigenschaften das Leben dieser Frau. Zusammen mit ihren Schwestern und Cousinen gründete Marie Luise die weit über das Allgäu hinaus bekannte Gesangsgruppe „Schedlerfeela", die sie leitete. Weiter arrangierte sie Volksmusikveranstaltungen und über viele Jahre im Advent in der Pfarrkirche das „s wiehnächtet".

Marie-Luise Althaus mit Frau Meßenzehl und
Altbürgermeister Geyer im Jahr 2005
Zusätzlich zu diesen Arbeiten verkörperte sie in dem Stück „Ma müeß mit dr Zit gong" auf der Bühne treffsicher das „Maale". Bei den Vorarbeiten zu dem jetzt in Probe laufenden Stücke „Klara" arbeitete Marie Luise noch mit. Ihre angegriffene Gesundheit verhinderte leider, daß sie die ihr zugedachte Rolle übernehmen konnte.
Mit dem „Allgäuer Mundartpreis", der vor Jahren erstmals an Marie Luise Althaus verliehen wurde, fand ihr Wirken öffentliche Anerkennung. Ihr Tod reißt eine große Lücke in die Reihen derer, die sich für Heimat und Brauchtum einsetzen.
Wir werden unsere Marie Luise nicht vergessen, sie hat sich mit ihrem Wirken selbst ein bleibendes Denkmal gesetzt.
verfasst von Eugen Thomma |

Marie-Luise Althaus bei der Vorstellung
des Mundartbuches im Jahr 2003
Wo es um Lied, Tracht, Brauchtum und Heimatgeschichte ging brachte sich Marie Luise ein. So war es fast zwangsläufig, daß sie auch zum Museumsverein stieß und dort im Vorstand tätig war. In dem engen Kreis wurde so macher Gedanke geboren und in die Tat umgesetzt. Der Entwurf des alten „Haas" zum Jubiläum „500 Jahre Marktrecht" geht maßgeblich auf Marie Luisens Vorstellungen zurück. Sie gab auch die Anregung für das „Wörterbuch der Oberstdorfer Mundart" und arbeitete ganz entscheidend an dessen Verwirklichung mit.
Als es galt die alte Oberstdorfer Theater-Tradition wieder aufleben zu lassen hatten wir bei den Spielen „Voar 500 Johr" und bei der „Gearschtrubar Huimat" in Marie Luise eine ausgezeichnete Requisiteurin und einen guten Geist hinter der Bühne.

|