Wappen des Marktes Oberstdorf  
Heimatmuseum Oberstdorf
Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben in Alt-Oberstdorf
  
87561 Oberstdorf, Oststr. 13 * Telefon: (08322) 5470 / 2226 / 2218 *info@heimatmuseum-oberstdorf.de
 
englisch - english   italienisch - italiano   französisch - francois   Spanisch - espaniol
        
Startseite
Informationen
Museumsladen
Gebäude
Rundgang
Sonderausstellung
Museumsverein
s' Nuieschte
Links
Archiv
 
Sepp Högerle übergibt Steinbockhörner

Seit Anfang August schmücken ganz besondere Steinbockhörner das Jagdzimmer. Diese hatte der Oberstdorfer Jäger Sepp Högerle dem Museum übergeben. Da stellt sich nun natürlich die Frage: Warum ist es wert, diese Hörner im Jagdzimmer des Prinzregent Luitpold aufzuhängen?

Schon in den Jagd- und Fischereibüchern Kaiser Maximilians I. (1459 - 1519) wird von der Jagd nach dem Steinbock in unseren Bergen (Gutenalp) berichtet. Das Steinwild war damals noch im ganzen Alpenraum verbreitet. Jedoch vernichtete die "Volksmedizin" den Bestand der Tiere beträchtlich. Laut Eugen Thomma war der Steinbock eine wandelnde Apotheke. Zuletzt verschwanden im frühen 19. Jahrhundert die letzten Steinböcke auch im Berner Oberland und Wallis. Nur im Grand Paradiso hatten etwa 100 Tiere überlebt. Der Förster Josef Zumstein und der Naturkundler Albert Girtanner schafften es 1816, dass die Behörden die letzten Steinböcke unter strengen Schutz stellten. König Viktor Emanuel II. von Piemont-Sardinien machte die Rettung dieser Tiere 1854 zu seiner persönlichen Sache und die Vermehrung des Steinwildes setze langsam wieder ein.

Als 1906 ein paar Steinböcke nicht ganz legal über die "grüne Grenze" in die Schweiz gebracht wurden, begann die Nachzucht auch dort. Diese war sehr erfolgreich und in der Zwischenzeit leben wieder im gesamten Alpenraum Steinböcke. Alle haben ihre Vorfahren im Grand Paradiso und der größte Teil stammt von den geschmuggelten Schweizer Steinböcken ab.

1964 wurden die ersten Steinböcke im Kleinen Walsertal, Mittelberg führt den Steinbock in seinem Wappen, ausgesetzt. Da bis auf den Steinadler bei uns seine meisten natürlich Feinde Geier, Bär, Luchs und Wolf auch schon länger ausgerottet wurden, erholte sich der Bestand schnell und verbreitete sich auch im angrenzenden Rappenalptal. Dieses gehörte früher zum sogenannten Prinzregentenbogen, dem Jagdgebiet des Prinzregenten Luitpold, und dort hatte in den 90er Jahren Sepp Högerle sein Revier. 1995 bekam er die außerordentliche Genehmigung einen Steinbock zu schießen, was dann am 3.8. im Madertal nahe der Mindelheimer Hütte auch geschah. Nach über 400 Jahren wurde wieder ein Steinbock in den Allgäuer Alpen erlegt und dessen Hörner sind jetzt, dank Sepp Högerles, im Heimatmuseum Oberstdorf ausgestellt.

Stienbockhörner von Sepp Högerle
Sepp Högerle mit seinen Steinbockhörnern (Foto: Sabine Metzger)

Steinböcke am Kempter Köpfle
Steinböcke am Kempter Köpfle (Foto: Böhringer)
Literatur:
Unser Oberstdorf, Heft 35 / Dezember 1999, S. 1053, Der Alpensteinbock von EugenThomma
Wikipedia: Alpensteinbock
Heimatmuseum Oberstdorf - Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart begreifen.