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Der Schrofenpaß
von Anton Köcheier
Der Handel und auch Wandel über die Grenzübergänge von und nach Süden fand vermutlich schon zu Keltenzeiten statt. Auch die Römer nutzten die abkürzenden Bergübergänge für ihr Fußvolk. Vor allem wurden die obersten Lagen, die auch am sichersten waren, benutzt. So konnte man über den Taufersberg ohne große Geländehindernisse und ohne jegliche Brücke zum Arlberg vorstoßen.
Man kannte die Übergänge vom Hornbachjoch, vom Mädelejoch, die Übergänge ins Walsertal, die auch jahrhundertelang bis heute eine wichtige Rolle in der gegenseitigen Begegnung spielten. Doch der weitaus wichtigste Übergang über den Allgäuer Hauptkamm war seit eh und je der ins vorarlbergische Tannberggebiet und ins Tiroler Lechtal.
Menschen vor unserer Zeitrechnung dürften schon ins Innere der Allgäuer Alpen vorgestoßen sein. So ist es bestimmt kein Zufall, wenn gerade im Bereich des Taufersberges zwei bronzezeitliche Fundstücke zutage kamen: eine Lanzenspitze in den großen Schafalpen, unterhalb der „Schwangeren Bettlerin", mit ihrer strichgefüllten Dreiecksverzierung (ca. 1800 v. Chr. angefertigt) und eine sogenannte oberständige Lappenaxt im Gleygund, am Nordende des Taufersberges. Über eine Besiedlung von Oberstdorf, dem Lechgebiet und dem Tannberg, ob von Süden oder von Norden her, sind sich die Historiker nicht ganz einig, so möchte ich ebenfalls keine feste Theorie entwickeln.
Fest steht, daß das Gebiet von Hornbach bis Zürs und Schröcken im 13. Jahrhundert zum Bereich der Edlen von Rettenberg gehört hat, die bereits um die Jahrtausendwende fast das gesamte heutige Oberallgäu östlich der Hier und Breitach einschließlich der späteren Vogtei Nesselwang und das Tann-heimer Tal beherrschten. Weil die Berglandschaft des Tannberges öd und karg war, hatten die Rettenberger Edlen nichts dagegen, daß um 1300 die aus dem Wallis kommenden „Walser" dort Siedlungen gründeten. Später zogen die Walser auch über den Hochalppaß in das Tal, das man heute Kleinwalsertal nennt.
Während die politische Abhängigkeit des Tannbergs von den Edlen von Rettenberg im 14. Jahrhundert ihr Ende fand und die Walser im oberen Lechtal sich 1453 nach der Eroberung durch Herzog Sigismund Österreich unterwerfen mußten, erreichten die wirtschaftlichen Verflechtungen erst im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt.
Zu dieser Zeit war der Tannberg weder mit dem Bregenzer Wald noch mit dem Arlberg und auch nicht mit dem Gebiet von Reutte durch eine Straße verbunden. Die Bevölkerung von Warth, Lechleiten oder Hochkrumbach
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