Wappen des Marktes Oberstdorf  
Heimatmuseum Oberstdorf
Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben in Alt-Oberstdorf
  
87561 Oberstdorf, Oststr. 13 * Telefon: (08322) 5470 / 2226 / 2218 *info@heimatmuseum-oberstdorf.de
 
 
        
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Die Enstehung des Museums
Die Idee Heimatmuseum Oberstdorf Keine Kunstwerke von Rembrandt oder Dürer, keine Wunderwerke der modernen Technik und auch keine Juwelen aus der Schatzkammer eines gekrönten Hauptes beherbergt unser Museum. In ihm wird schlicht und einfach über das Leben früherer Generationen, das Leben von Bergbauern, das hart und entbehrungsreich war, berichtet. Über Land und Leute und die wechselvolle Geschichte Oberstdorfs, darüber soll das Heimatmuseum Auskunft geben. Es soll das Althergebrachte bewahren und kommenden Generationen die Leistungen der Vorväter, auf die sich die Gegenwart aufbaut, immer wieder vor Augen führen. Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart begreifen.
1926
Wohin mit dem Sammelgut?
Trachtenumzg 1926Das fünfundzwanzigjährige Gründungsfest des Gebirgstrachtenvereines Oberstdorf im Jahre 1926 war Anlaß, alte Möbel, Kleider, Werkzeuge und Gerätschaften zu sammeln, um sie entsprechend plaziert auf Wagen im Festumzug mitzuführen. Warum das volkskundlich wertvolle Sammelgut wieder auf den Speichern den Motten und Holzwürmern zum Fraß überlassen, war die Frage nach dem gelungenen Fest. Die Idee, alles in einem Museum zu sichern und auszustellen, fiel auf fruchtbaren Boden.
1927 - 1931
Die Suche nach einem Gebäude
Am 15.3.1927 erklärt sich die Hauptversammlung des Trachtenvereins einstimmig für die Schaffung eines Heimatmuseums und wählt zur Lösung dieser Frage einen erweiterten Ausschuss, bestehend aus den Herren: Hohenadl sen, A Gschwender, A Hofmann, K Richter, Josef und Otto Schratt, Anton Huber, O Hengge. Die Suche nach einem geeigneten Gebäude begann. Angedacht und dann aber wieder verworfen wurden u.a. das Trettachhäusle und das königliche Jagdhaus. Im Jahre 1929 wollte man auf einem Grundstück südlich des alten Mühlenstadels neu bauen. Rund 24.000 Reichsmark sollte das neue Gebäude kosten. Bürgschaftserklärungen über 16.000 Reichsmarkt wurden in kürzester Zeit gezeichnet. Als die Gemeinde einen Teil der Zinsgarantien übernehmen sollte, wurde dies in einer Gemeinderatssitzung 1930 jedoch abgelehnt. Gemeinderat Otto Hengge gab der Verwunderung Ausdruck, dass man wegen dieser paar Tausen Mark so lange herumrede; denn für die Skimeisterschaft müsse die Gemeinde mehrere 10.000 Mark opfern.
1931
Die Lösung
1931 kam Gemeinderat Joseph Renn, Jäcklar, auf die Idee, eine freiwerdende Wohnung im Köcheler'schen Anwesen - Haus Nummer 82 - als Museum zu nutzen. 1. Bürgermeister Neidhart unterstütze diese Bestrebung und rannte damit beim Trachtenverein offene Türen ein. Die kostenintensiven Neubaupläne konnten zu den Akten gelegt werde. Das Haus aus dem Jahre 1620, das ja schon selbst eine Art Museum war, schien bestens geeignet. Als Vormieter Wilhelm Geißler seine letzte Habe aus der Wohnung brachte, trugen Sepp Joas und Wilhelm Math schon die ersten Truhen hinein.
Die Männer der ersten Stunde Am 29.12.1931 tagte in der bereits wohnlich eingerichteten Stube erstmals der neu gewählte Museumsausschuss. Er bestand aus folgenden Vertretern: 1. Vorsitzender Otto Kerle, Schriftführer Karl Hofmann, Kassier Thaddäus Jäger und Museumspfleger Wilhelm Math. Otto Kerle gab seinen Posten jedoch aus gesundheitlichen Gründen schon bald darauf an Seppl Joas ab. Grundverschiedene Berufssparten und Interessen trafen sich da und das war gut: Karl Hofmann war Schriftsetzermeister, Thaddäus Jäger Korbmachermeister, Seppl Joas Landwirt und Wilhelm Math Holzbildhauer. Er war der Koordinator und Motor der Gruppe.
Wilhelm Math
Sepp Joas
Thaddä Jäger
Karl Hofmann
Wilhelm Math
1893 - 1979
Sepp Joas
1895 - 1982
Thaddä Jäger
1882 - 1952
Karl Hofmann
1899 - 1985
  Mit einer Reihe weiterer Helfer machten sie sich ans Werk. Damit die Mieter aus dem 2 Stock nicht durch das Museum zu ihren Wohnungen gelangen mussten, wurde eine Außentreppe erstellt. Jetzt ging es erst richtig los: 9 Räume und eineinhalb Hausflure mussten renoviert und eingeräumt werden. Einige Tausend freiwilliger Arbeitsstunden waren dafür notwendig.
1932
Eröffnung
Am Sonntag, dem 19. Juni 1932, war es dann so weit: das Oberstdorfer Heimatmuseum konnte eröffnet werden. Ehrenvorsitzender Otto Kerle übergab einen mit Blumen geschmückten Schlüssel an den Museumspfleger Wilhelm Math. Zu diesem festlichen Akt versammelten sich neben der Bürgerschaft auch viele Vertreter der örtlichen und überregionalen Politik.
Eröffnung des Museums
Eröffnung des Museums
Das Museum 1932 Dem Museum standen nun 9 Räume und eineinhalb Hausgänge zur Verfügung. Im Erdgeschoss befanden sich Wohnstube, Gaden, Küche, Webraum, landwirtschaftliche Abteilung, alte Nagelschmiede, Darstellung verschiedener Handwerke und Handwerkszeuge. Im ersten Stock waren u.a. die Waffensammlung, alte Trachten, die Jagdabteilung, das Bilderzimmer, vorgeschichtliche Funde, Wintersportgeräte und Brauchtum (Wildes Männdle, Klaus) untergebracht. Im Keller stand, wie das früher auch meist üblich war, der große Webstuhl. Außerdem wurde die alte Sennküche wieder fach- und sachgerecht eingerichtet.
Ausstellung 1932
Ausstellung 1932
1933 - 1935
Kellererweiterung
Schon bald verlangten die überfüllten Räume nach Ausweitung der Schauflächen. Da alle anderen Räume das Hauses fest vermietet waren, konnte man sich nur nach unten ausweiten - die Katakomben entstanden in fast 1000 stündiger Fronarbeit. 957 Schubkarren voll Erde wurden ausgehoben, die Mauern auf - und die Hammer- und Nagelschmiede eingerichtet. Im darauffolgenden Winter kam noch die Enzianbrennerei des Alois Blattners dazu.
Käserei
1936 Stube
Zweiter Weltkrieg Der Zweite Weltkrieg ließ die Museumsarbeit erliegen. Ausstellungsräume wurden als Lagerräume zweckentfremdet. Die Besatzungsmacht beschlagnahmte historische Waffen und wertvolle Ausstellungstücke verschwanden. Nur gut, dass Wilhelm Math in weiser Voraussicht die wertvollsten Exemplare der kostbaren Gewehrsammlung rechtzeitig versteckte. Das Haus wurde erneut mit Mietern, z.T. Heimatvertriebenen, vollgepfropft.
Neubeginn Erst als Wilhem Math aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte, begann das Ausputzen der Räume und das Neuordnen der Gegenstände. Am 7. August 1949 nahm man den Museumsbetrieb wieder auf. In dieser Zeit wurde Josef Rees zum Vorsitzenden des Museumsausschusses gewählt. Im Jahre 1953 (oder war es 1955?) übernahm Hans König das Amt des Museumspflegers. Das Museum verdankt ihm wertvolle Mitarbeit, wenn es um die Lösung künstlerischer Aufgaben (z.B. Bild "Auszug aus Gerstruben", das Wappen am Museum) geht. In den Sechzigerjahren wurden im ersten Stock einige Funktionsräume hinzugewonnen.
Erweiterung und neuer Museumpfleger Als dann zu Beginn der 70ger-Jahre Eugen Thomma begann das Amt des Museumspflegers zu übernehmen, offiziell erhielt er es 1975, konnten Schritt für Schritt freiwerdende Wohnungen für das Museum als weitere Ausstellungsflächen genutzt werden. In kontinuierlicher Arbeit wurde das Museum erweitert und ausgebaut. 22 Räume zählte der 1976 erstmals herausgegebene "Führer durch das Oberstdorfer Heimatmuseum" auf. Ausdrücklich wurde in diesem Heft folgenden Mitgliedern des Ausschusses für ihre Arbeit beim Ausbau der Ausstellung gedankt: Eugen Thomma, Hans Kappeler, Otto Simbeck, Hans könig, Werner Grundmann und Karl Hofmann.
Josef Rees † Am Tag nach dem monatlichen Sprechabend verstarb plötzlich und unerwartet Josef Rees, der Vorsitzende des Museumsausschusses, kurz nachdem er mit seiner Klasse aus den Lorettokapellen zurück in die Schule kam. Der Dienst an der Heimat war ihm eine Herzensangelegenheit und seine Dialektstücke werden die Erinneung an ihn immer aufrechterhalten.
Peter Weiß Als sein Nachfolger wurde Peter Weiß gewonnen. 1977 und 1979/80 erfuhr das Museum weitere Um- und Ausbauarbeiten. Einige Räume wurden neu gestaltet und weitere in den Austellungsbereich aufgenommen - 1981 standen 30 Räume mit ca. 550 qm Ausstellungsfläche zur Verfügung.
50 Jahre Museum Das Jubiläum wurde am Donnerstag, dem 20 Mai 1982, im damaligen "Kleinen Kursaal" gefeiert. Gastredner waren unter anderem: Bürgermeister Eduard Geyer und Bezirksheimatpfleger Dr. Hans Frei. Der damals einzige noch lebende Museumsgründer, Karl Hofmann, hielt die Hauptrede und brachte zu diesem Ereignis sogar eigens eine Festschrift heraus.
Vorstandschaft
Vorstandschaft 1982

Die Vorstandschaft im Jahre 1982

Obere Reihe:
Leo Huber, Alfons Thannheimer, Hans Kappeler, Prof. Werner Grundmann, Anton Köcheler, Dr. Kurt Eberhard, Vorstand Peter Weiß, Dr. Arnold Schell

Sitzend:
Hans König, Anton Berktold, Sepp Joas, Museumspfleger Eugen Thomma, Karl Hofmann, Otto Simbeck

Sonderausstellungs-
raum
Im Jahr 1983 fand dann die vorerst letzte große Umbaumaßnahme statt - der Keller unter dem Nordteil des Museums wurde ausgegraben. Diesmal musste die Baumaßnahme nicht in Fronarbeit geleistet werden, der Ausschuss leistete sich eine Baufirma, die das Ausbringen mit schwerem Gerät vornahm. Neben dem Treppenhaus und 2 weiteren kleineren Räumen entstand unser großer Sonderausstellungsraum, der ab 1984 jährlich mindestens eine Sonderausstellung beherbergte. Sie alle wurden federführend bis zum Jahr 2007 von Museumspfleger Eugen Thomma eingerichtet.
Letzte Mieter Als zu Beginn der 90ger-Jahre die letzten Mieter das Haus verließen, ging das Haus endlich in die alleinige Verfügung des Museumsvereins über. Seit 1993 stehen 38 Räume mit über 700 qm Ausstellungsfläche zur Verfügung. Für die Arbeit "hinter den Kulissen" (Depot, Werkstatt, Büro, Bibliothek) werden weitere rund 200 qm Fläche im Hause genutzt. Die Bibliothek wurde von Dr. Kurt Eberhard, der ja auch am 4. Band der Geschichte Oberstdorfs mitarbeitete und das Sonderheft zur 500-Jahrfeier schrieb, in vorbildlicher Weise eingerichtet und archiviert. Außerdem war damals auch Kling Meinhard im Ausschuss tätig, der viele Stunden damit verbrachte, die Ausstellungsstücke abzufotografieren und zu archivieren.
1993
Grundung des Museumsvereins
Aus steuerlichen Gründen wurde der Museumsausschuss im Jahr 1993 aus dem Trachtenverein ausgegliedert und ein gemeinnütziger Verein, der "Heimatmuseum Oberstdorf e.V.", gegründet. Der Museumsausschuss wird seit dieser Zeit von den Mitgliedern des Vereins gewählt. Außerdem werden aus dem Trachtenverein 2 Mitglieder und von der Gemeinde 2 Mitglieder (ein Gemeinderat und der Marktkämmerer) deligiert. Der Ausschuss bestand damals aus folgenden Mitgliedern:
Peter Weiß
(1. Vorsitzender)
Anton Köcheler
(2. Vorsitzender und Kassier)
Eugen Thomma
(Museumspfleger)
Agnes Schöll (Schriftführerin) * Marie-Luise Althaus (ab Sommer 93) * Dr. Kurt Eberhard (bis 1998)
Hans Kappeler Kling Meinhard (bis ??) Dr. Arnold Schell
Martin Schmalholz ** Otto Simbeck ** Alfons Thannheimer
Düwell Klaus(bis ??) Udo Lottes (bis ??)  
* Deligierte des Trachtenvereins ** Deligierte der Gemeinde  
bis zur Jahrtausendwende
In den Jahren bis zur Jahrtausendwende kamen noch einige Ausschussmitglieder neu dazu, die auch gleich Spezialaufgaben übernahmen:
Alex Weiß - unser Spezialist für die technischen Anlagen - insbesondere die Alarmanlage
Armin Weitenauer (1998) - er hilft bei vielen Arbeiten rund um die Ausstellung und ist für die schweren Dinge zuständig. Natürlich ist er auch unser Versicherungsfachmann und ab 2002 Kassier
Alex Rößle (1998) - kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit (Führer, Homepage ...)
Fritz Schlachter - übernahm die Bücherei von Dr. Arnold Schell und ist seit 2007 Museumspfleger
Seit 1998 sind wir auch mit einer eigenen Homepage im Internet vertreten Ab dem Jahr 2000 besteht eine Chronik auf der Homepage, in der alle wichtigen Ereignisse vermerkt sein sollten.
ab 2000 Deshalb verweise ich ab dem Jahr 2000 auf die jeweiligen Jahresarchive.
Dank an alle Helfer Dank gebührt all den ehrenamtlichen - meist ungenannten - Helfern des Trachtenvereins und später des Museumsvereins, die in unendlich vielen Stunden das Museum zu dem machten, was es heute ist. Dazu kommen natürlich auch ein Dank an die Angestellten, die früher gegen ein Wohnrecht (mit gekürzter Miete) und später gegen Gehalt an den Wochentagen das Museum umtrieben. Dies waren und sind Fr. Faschingsleitner, Fr. Dürrenberger, Fr. Maria Böck (29 Jahre !), Hr. Burger, Fr. Brunhilde Thomma (12 Jahre) und Frau Zita Köcheler (seit 1998).
Anmerkung: Der Text ist aus den verschiedensten Schriften zusammengebaut und entstammt zum größten Teil den Federn Karl Hofmanns, Eugen Thommas und meiner Wenigkeit.
Webmaster, Alex Rößle

zum Rundgang

 
- Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart begreifen -