Sammeln
und Jagen war die Lebensgrundlage der Urbevölkerung
unserer Heimat. Ein geschickter Jäger versorgte seine
Familie, seine Sippe, mit dem damals lebensnotwendigen
Wildbret. So ein Jäger stand in hohem Ansehen.
Die Jagd war noch immer das Recht des freien Mannes.
Als später weltliche und kirchliche Obrigkeit das
Jagdrecht für sich alleine in Anspruch nahmen, kam
es immer wieder zu Übergriffen auf den hoheitlichen
Wildbann, denen wiederum die Obrigkeit mit Gewalt begegnete.
Über Jahrhunderte übten die Fürstbischöfe
von Augsburg in Oberstdorf das Jagdrecht aus.
Die Jagd war ein selbständiges Recht, das erst 1803
mit Grund und Boden verbunden wurde. Jetzt verfiel man
ins andere Extrem: Der Bauer wurde sein eigener Jagdherr.
Die Reviere wurden rücksichtslos leergeschossen.
Erst zur Mitte des 19.Jahrhunderts begannen insbesonders
im Rahmen der Allgäuer Jagdgesellschaft die Hegemaßnahmen.
Im Jahre 1850 pachtete Prinz Luitpold von Bayern -der
spätere Prinzregent- die Oberstdorfer Gemeindejagd.
Es folgten fast 70 Jahre der Hofjagd. Außer dem
fürstlichen Eigenjagdrevier Rohrmoos, sind unsere
Hochgebirgsjagden seither privat verpachtet.
Rot- und Steinwild, Auer-, Birk- und Steinhuhn sind in
unseren Bergrevieren zu Hause wie auch das Murmeltier
und die Gemse. In den Tallagen treffen sich Reh, Dachs,
Fuchs und Hase (sagen sich aber nicht Gute Nacht).
Nachtaktiv sind Uhu, Waldohr- und Schleiereule, wie auch
der Stein-, Wald-, Zwerg- und Rauhßfußkauz.
Am Tage tummeln sich verschiedene Falken und anderes Federwild
in den Lüften und wer -mit offenen Augen- durch unsere
Bergwelt geht, sieht am Himmel den Steinadler und zuweilen
auch den Bartgeier seine Kreise ziehen.
Trophäen, Tierpräparate, Waffen und sonst Jagdliches
sind im Museum in reichem Maße zu sehen. Wo können
sie sonst die scheuesten Tiere aus der Nähe beobachten?
Nutzen Sie dieses Schaufenster der Natur,
unsere Sonderausstellung
"Waidmannsheil".