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Alois
("Liese") Blattner, der letzte der
alten Gilde der Oberstdorfer Enzianbrenner,
starb 1929 im Alter von 82 Jahren, für die damalige
Zeit ein biblisches Alter. Sein selbstgebrannter "Enzionar" (Enzianschnaps) war ihm
Medizin und Elixier. Lieses Brennerei gelangte
ins Museum: Auf dem Hackbrett wurden mit den
Hackmessern die (bis zu einem Meter langen und
bis armstarken) Wurzeln des langstieligen gelben
Enzians zerkleinert. Mit Wasser versetzt wurden
die Hackschnitzel in den hölzernen Gärbottich
eingefüllt. Bei entsprechendem Gärungsfortschritt
erfolgte das Brennen der Maische in der Brennblase
des Ofens. Über die Kupferrohre gelangte der
Alkoholdampf in die Zylinder des Kühlschaffes.
Das abgekühlte Destillat, auf trinkbaren Alkoholgehalt
verdünnt, war dann - nach entsprechender Lagerung
- die "Medizin für Magen und Seele".
Die charakteristischen braunen Steinflaschen
sind oft fälschlich mit dem Bild des Stengellosen
Enzian verziert. Dieses Blümchen aber ist unschuldig
an der Fabrikation des "geistreichen"
Getränkes. |

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