Das von Museumsgründer Wilhelm
Math geschaffene Modell der Alpe Dietersbach,
zeigt die Sennalphütten, wie sie mehr als ein
Jahrhundert im Gerstruber Tal Wind und Wetter
trotzten, bis sie im Winter 1974/75 durch eine
Staublawine teilweise zerstört wurden. Rechts
neben dem Modell erblicken wir bäuerliche Gerätschaften,
wie Schafkluppe, Schafschere, Sicheln, Torfspaten,
Radschuh u.a., die längst der Vergangenheit
angehören. Bockhorn und Schalmai, für den Ruf
des Hirten, sind auch heute noch im Gebrauch.
Die Tallagen waren für Ackerbau
und Weidewirtschaft zu klein. Der Mangel an
Grasland zwang die Bauern, Pferde, Rinder, Schafe
und Ziegen während der Sommermonate auf höhergelegenen
Rodungsflächen, den Alpen, weiden zu lassen.
Grashänge im Gebirge, die für die Beweidung
zu steil oder völlig unwegsam waren, wurden
gemäht und dort das würzige Bergheu gewonnen.
Der Abtransport des Heus war im Sommer nicht
möglich. Erst wenn im Winter Schnee und Lawinen
die Schluchten und Felsabstürze glattgestrichen
hatten, wurde es im "Heuzug" zu Tal
gebracht. Bergheuen und Heuzug waren eine schwere,
mühevolle und oft lebensgefährliche Arbeit.
Im Modell ist das "Kriegen" (herunterkriegen,
abseilen, der ca. 2 1/2 Zentner schweren Heuburden)
an dem rund 200 Meter langen Kriegseil dargestellt.
In der linken Raumecke sind die
Feuerstelle und die Ausstattung einer "Bearghoibar-Hütte"
angedeutet. Diese einfache Behausung diente
den Bergheuern über Wochen als Unterkunft. Fotos
und Ölbilder veranschaulichen Arbeitsvorgänge
beim Bergheuen und beim winterlichen Heuzug.
Rechts des Ausganges hängen Schwendaxt und Schwendsensen.
Das sind die hauptsächlichen Werkzeuge, mit
denen einst aus der Naturlandschaft die Kulturlandschaft
unserer Alpweiden geschaffen wurde. Das Schwenden
(Roden) ist auch heute noch notwendig, wenn
sich nicht die Wildnis, die ihr abgerungenen
Flächen zurückholen sollte. |

Heuzug

Heinzenschlägel
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