In
dieser typischen Oberstdorfer Bauernstube sind Decke,
Boden und Wandtäfelung im Original erhalten. Der
aus Bachsteinen gemauerte und mit Lehm verstrichene
Ofen wurde vom Flur aus beheizt. Ofenbank und "Gütsche"
(Liege) von 1789 umschließen den Wärmespender. Darüber
sind Ofenstangen zum Trocknen nasser Kleidung angebracht.
Vor der Gütsche steht ein Schlumpstock, der zum
Karten (Kämmen) der Schafwolle verwendet wurde.
Im Herrgottswinkel neben dem Kruzifix
(18.Jhrh.) befinden sich zwei Hinterglasbilder:
Heilige Anna und Christi Geburt. Davor der Tisch
mit der schon dünngescheuerten Ahornplatte, Eckbank
und verschiedene, nach alter Manier gearbeitete,
Stühle.
Die kleinen Landwirtschaften konnten
die Bewohner alleine nicht ernähren. Sie betrieben
deshalb nebenbei - besonders im Winter - ein Handwerk.
So befindet sich hier in der Ecke der Wohnstube,
das war der einzige ganztags beheizte Raum
im Hause, eine Schusterwerkstatt.
Die grobgenähten,
mit Nägeln und Griffeisen beschlagenen Schuhe wurden
hier neben feineren "Sonntagsschuhen"
hergestellt. Die Schusterkugeln auf dem Arbeitstisch
waren mit Wasser gefüllt und reflektierten das Licht
der Öl- oder Talglampe. So konnte der Schuhmacher
auch am Abend noch Näharbeiten ausführen.
Zwischen den Südfenstern fällt ein
Bild vom "Bachtlmändle" auf. Er war in
der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ein
gefragter Naturheilkundiger. Unter dem Bild des
Heilers steht eine interessante Truhe aus der Renaissancezeit,
und rechts daneben ein Schreibsekretär (Anf.19.Jhrh.)
mit Einlegearbeiten. Die beiden Pendeluhren links
und rechts der Gadentüre schlugen den früheren Bewohnern
die Stunden.
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